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Impuls 5: Die Sicherheits-Frage - Der Weg, der trägt

Wie fühlt sich ein Plan an, der trägt?

Neujahr war vorüber, und die ersten Waldbewohner begannen wieder, ihre Geschäfte zu öffnen. Doch in der Baumhöhle herrschte noch Ruhe.


Funkenschweif lag auf dem Rücken und starrte an die Decke. "Ich bin müde vom Suchen", sagte sie. "Jeden Tag aufs Neue entscheiden. Jeden Tag den Weg finden. Jeden Tag hoffen, dass es der richtige ist."


Glitzerfeder setzte sich neben sie. "Wie würde es sich anfühlen", fragte er leise, "wenn du den Weg nicht jeden Tag neu suchen müsstest?"


Sie drehte den Kopf zu ihm.


"Wenn du ihn bereits kennen würdest", fuhr er fort. "Wenn du ihm einfach folgen könntest. Nicht blind, nicht starr, sondern mit der Sicherheit, dass die Richtung stimmt."


Funkenschweif schloss die Augen. Sie stellte sich vor, wie es wäre: Morgens aufzuwachen und zu wissen, was zu tun ist. Nicht raten. Nicht hoffen. Wissen.


"Das wäre...", begann sie. Ein tiefes Ausatmen. "Das wäre, als hätte ich festen Boden unter den Pfoten. Nicht mehr dieses ständige Schwanken, ob wir das Richtige tun. Nicht mehr diese Zweifel um Mitternacht, ob wir auf dem richtigen Ast sitzen."


Sie öffnete die Augen und setzte sich auf. "Das wäre Ruhe im Kopf. Raum zum Atmen. Energie für die eigentliche Arbeit, statt sie im Grübeln zu verbrauchen."


"Ruhe", sagte Glitzerfeder sanft. "Das wäre Ruhe."


Funkenschweif nickte. "Und das Verrückte ist: Wir haben jetzt so viel mehr Klarheit als vor drei Wochen. Die Guidelines. Das Motto. Die Muster, die wir erkannt haben." Sie blickte auf das Weinblätter-Buch. "Was uns noch fehlt, ist jemand, der uns hilft, daraus einen echten Plan zu machen. Einen, der trägt."


Sie saßen still. Und die Sehnsucht nach einem Plan, der trägt, war nicht mehr nur ein vages Gefühl, sie war ein konkreter nächster Schritt, der darauf wartete, gegangen zu werden.


Dein Workbook wartet mit deiner Reflexionsfrage auf dich!

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