
Welche 20% deiner Zeit brachten 80% des Ergebnisses?

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Die Wirtschaftswald Geschichte gibt es auch zum Lesen 😉.

Dein Business Impuls
Warum diese Aufgabe so wertvoll für deinen Jahresreport ist:
Die 80/20-Regel ist kein Mythos – sie ist Realität. In jedem Business gibt es Aktivitäten, die unverhältnismäßig viel Zeit kosten, jedoch wenig zum Ergebnis beitragen. Und genau diese Zeitfresser zu identifizieren, ist heute deine Mission.
Schau dir deine Marketing-Aktivitäten (Tag 5) und deine Projekte (Tag 2) an. Wo hast du viel Zeit für dein Marketing investiert, doch wenig zurückbekommen? Das können aufwendige Social-Media-Aktionen sein, die keine Kunden brachten. Oder Netzwerktreffen, bei denen du jeden Monat mehrere Stunden für einen minimalen Ertrag verwendest.
Das Spannende: Wenn du diese Zeitfresser erkennst, hast du sofort einen riesigen Hebel in der Hand. Denn jede Stunde, die du hier einsparst, kannst du in deine Goldstück-Aktivitäten stecken.
Kurz gesagt: Weniger vom Falschen gibt dir mehr Zeit fürs Richtige. 🤩

Deine heutige Aufgabe
Schau auf deine Projekte (Tag 2) und Marketing-Aktivitäten (Tag 5). Welche Aktivität hat unverhältnismäßig viel Zeit gekostet, jedoch wenig zum Ergebnis beigetragen? Kreise sie ein.
So funktioniert's:
Nimm dir 15-20 Minuten Zeit. Geh ehrlich durch deine Aktivitäten und frag dich: Stand der Aufwand im Verhältnis zum Ertrag? Sei mutig, auch heilige Kühe dürfen hinterfragt werden.
Dein Workbook wartet auf dich!
Öffne dein heruntergeladenes Logbuch und bearbeite die heutige Aufgabe direkt dort.

Die Wirtschaftswald Geschichte zum Lesen
Die roten Kreise
Der Mittwochmorgen kroch grau und neblig durch den Wirtschaftswald. In der Baumhöhle brannte das Feuer besonders hell, als wollte es den trüben Tag vertreiben. Funkenschweif saß am Tisch und starrte auf die Seite im Weinblätter-Buch, die sie gestern noch nicht beachtet hatten: ihre Marketing-Aktivitäten von Tag fünf.
Glitzerfeder kam mit frischem Brennholz herein. "Du siehst nachdenklich aus."
"Ich rechne." Funkenschweif kaute auf ihrer Federspitze. "Und das Ergebnis gefällt mir nicht."
Glitzerfeder legte das Holz neben den Kamin und setzte sich zu ihr. "Erzähl."
"Erinnerst du dich an die sauren Beeren?" Funkenschweif deutete auf einen Eintrag. "Das Projekt für die Waschbären-Familie im Spätsommer."
"Die Vorratskammer-Optimierung." Glitzerfeder nickte. "Natürlich erinnere ich mich. Wir mussten für die Analyse erst einmal verstehen, welche Beeren sie überhaupt sammeln und wie sie sie lagern."
"Genau." Funkenschweif seufzte. "Und dafür bin ich drei Tage lang durch den halben Wald gelaufen, habe verschiedene Beerensorten gesammelt, sie sortiert, kategorisiert, Muster erstellt..."
"Das war gründliche Arbeit", sagte Glitzerfeder anerkennend.
"Das war Zeitverschwendung." Funkenschweifs Stimme klang schärfer als beabsichtigt. Sie holte tief Luft. "Schau. Drei volle Tage Vorbereitung. Dann noch zwei Tage Analyse mit der Familie. Und am Ende? Fünfundzwanzig Eicheln."
Glitzerfeder schwieg. Er verstand, worauf sie hinauswollte.
"Fünfundzwanzig Eicheln für fünf Tage Arbeit", wiederholte Funkenschweif. "Das sind fünf Eicheln pro Tag. Weniger als bei fast jedem anderen Projekt."
Sie blätterte eine Seite zurück. "Und jetzt schau dir das an: Die Moos-Sammlung für den alten Dachs Graubart. Ein Vormittag. Vier Stunden. Und er hat uns sechzig Walnüsse gegeben."
Glitzerfeder beugte sich über das Buch. "Sechzig Walnüsse für vier Stunden?"
"Weil er genau wusste, was er wollte. Weil wir genau wussten, wie wir ihm helfen konnten. Und weil wir nicht erst tagelang recherchieren mussten." Funkenschweif lehnte sich zurück. "Ein Vormittag. Sechzig Walnüsse. Große Freude auf beiden Seiten."
Die Stille dehnte sich aus. Draußen krächzte eine Krähe durch den Nebel.
"Also", sagte Glitzerfeder langsam, "haben wir bei den Waschbären unverhältnismäßig viel Zeit investiert..."
"...für unverhältnismäßig wenig Ertrag", vollendete Funkenschweif. "Und das Schlimmste ist: Ich habe es nicht einmal gemerkt. In meiner Erinnerung war es ein interessantes Projekt. Die Beeren waren hübsch. Die Waschbären waren nett."
"Nett zahlt keine Wintervorräte", murmelte Glitzerfeder.
Funkenschweif griff nach der Feder und dem roten Tintenfass, das sie für besondere Markierungen aufbewahrten. Mit entschlossenen Strichen kreiste sie das Waschbären-Projekt ein. Ein roter Kreis. Ein Zeitfresser.
"Was noch?", fragte Glitzerfeder.
Sie gingen die Liste gemeinsam durch. Die endlosen Marketing-Aktivitäten für den Baumkronen-Rat jeden Monat: roter Kreis. Die aufwendige Dokumentation nach der Wurzelkur, die niemand je wieder angeschaut hatte: roter Kreis. Die detaillierten Angebots-Präsentationen für Kunden, die am Ende doch absagten: roter Kreis.
Beide lehnten sich beide zurück. Vier rote Kreise leuchteten auf den Seiten.
"Das sind unsere Zeitfresser", sagte Funkenschweif leise. "Aktivitäten, die viel gekostet und wenig gebracht haben."
Glitzerfeder betrachtete die Kreise nachdenklich. "Und daneben stehen die Moos-Sammlung, die Ast-Entrümpelung, die schnellen Beratungen für Heinrich..." Er deutete auf die unmarkierten Einträge. "Kurz, effektiv, gut bezahlt."
"Zwanzig Prozent unserer Aktivitäten", sagte Funkenschweif, "haben wahrscheinlich achtzig Prozent unserer Ergebnisse gebracht."
Glitzerfeder nickte. "Und die anderen achtzig Prozent?"
"Haben uns beschäftigt gehalten." Funkenschweif schüttelte den Kopf. "Beschäftigt ist nicht produktiv. Das sehe ich jetzt."
Sie schloss das Buch und legte beide Pfoten darauf. "Nächstes Jahr will ich weniger rote Kreise."
"Weniger Beeren sammeln", schmunzelte Glitzerfeder.
"Mehr Moos", grinste Funkenschweif zurück. "Mehr von dem, was wertvollen Effekt bringt. Weniger von dem, was interessant aussieht und am Ende nur Zeit kostet."
Der Nebel draußen begann sich zu lichten. Ein einzelner Sonnenstrahl fand seinen Weg durch die Wolken und fiel genau auf das Weinblätter-Buch.
"Vier rote Kreise", sagte Glitzerfeder. "Vier Entscheidungen, die wir nächstes Jahr anders treffen können."
Funkenschweif lächelte. Die Analyse tat weh. Die roten Kreise fühlten sich wie kleine Wunden an. Doch gleichzeitig spürte sie eine seltsame Erleichterung. Endlich sahen sie klar, wohin ihre Zeit geflossen war. Und endlich konnten sie entscheiden, was anders möchten.



