
Welcher Teil deines Angebots war 2025 der Bestseller?

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Die Wirtschaftswald Geschichte gibt es auch zum Lesen 😉.

Dein Business Impuls
Warum diese Aufgabe so wertvoll für deinen Jahresreport ist:
Hier kommt ein echter Realitäts-Check: Was steht auf deiner Website/LinkedIn Profil und was haben deine Kunden 2025 tatsächlich gekauft?
Oft gibt es eine überraschende Lücke zwischen dem, was wir anbieten wollen, und dem, was der Markt wirklich von uns will. Manche Angebote, die wir kaum bewerben, werden ständig nachgefragt. Andere, für die wir viel Energie in die Werbung stecken, will niemand haben.
Diese Erkenntnis ist immens viel wert. Denn sie zeigt dir, wo dein wahrer Marktwert liegt. Vielleicht ist es Zeit, dein Angebot neu zu sortieren und das zu pushen, was sowieso schon funktioniert?
Kurz gesagt: Der Markt weiß oft besser als du, was er von dir braucht. 😉

Deine heutige Aufgabe
Vergiss für einen Moment, was auf deiner Website steht. Was haben deine Kunden 2025 tatsächlich am häufigsten bei dir gebucht oder gekauft?
So funktioniert's:
Nimm dir 10-20 Minuten Zeit. Schau in deine Rechnungen oder dein CRM. Welches Angebot war der echte Bestseller? War es das, was du erwartet hast?
Dein Workbook wartet auf dich!
Öffne dein heruntergeladenes Logbuch und bearbeite die heutige Aufgabe direkt dort.

Die Wirtschaftswald Geschichte zum Lesen
Die neun Striche
Der Tag brachte klare, kalte Luft. In der Baumhöhle duftete es nach Zimt-Tee, den Funkenschweif aufgebrüht hatte, damit sie beide warm genug haben. Glitzerfeder stand vor dem großen Rindenbrett an der Wand, auf dem sie ihre Angebote aufgelistet hatten.
"Ich verstehe es nicht", murmelte er und kratzte sich mit einer Feder am Kopf.
Funkenschweif trat neben ihn und reichte ihm eine dampfende Tasse. "Was verstehst du nicht?"
Glitzerfeder deutete auf das Brett. Dort standen ihre fünf Angebote: Wurzelkur, Saisonkreis, Baumkronen-Rat, Wintervorrat-System und Ast-Entrümpelung. Neben jedem Angebot hatten sie Striche gemacht, einen für jede Buchung im vergangenen Jahr.
"Schau mal", sagte er. "Die Ast-Entrümpelung. Wir haben sie groß beworben. Auf dem Marktplatz, bei den Waldversammlungen, überall haben wir davon erzählt."
"Ich erinnere mich." Funkenschweif nickte. "Wir fanden, das ist unser stärkstes Angebot. Fünf Tage, klare Ergebnisse, guter Preis."
"Und wie viele Striche hat sie?" Glitzerfeder tippte auf das Brett. "Drei. Drei Buchungen im ganzen Jahr."
Funkenschweifs Blick wanderte über die anderen Angebote. Die Wurzelkur hatte zwei Striche. Der Saisonkreis einen. Der Baumkronen-Rat vier – wobei die Hälfte der Teilnehmer Gratis-Gäste waren.
Und dann das Wintervorrat-System. Neun Striche.
"Neun", sagte sie leise. "Das Wintervorrat-System wurde neun Mal gebucht."
"Und weißt du, was das Verrückte ist?" Glitzerfeder drehte sich zu ihr um. "Wir bewerben es kaum. Es steht nirgendwo groß. Wir erwähnen es höchstens beiläufig, wenn jemand fragt."
Funkenschweif starrte auf die neun Striche. "Wie sind die alle zu uns gekommen?"
"Heinrich hat erzählt." Glitzerfeder zählte an seinen Federn ab. "Dann hat Graubart es einer Bekannten empfohlen. Und die Biber-Geschwister haben nach ihrer Waldwachstum-Werkstatt gefragt, ob wir so etwas auch anbieten."
"Sie haben gefragt", wiederholte Funkenschweif. "Nicht wir haben angeboten. Sie haben gefragt."
Und da wurde den beiden etwas Wichtiges klar:
"Der Bedarf liegt woanders, als wir dachten", sagte Glitzerfeder schließlich. "Wir rennen durch den Wald und rufen 'Ast-Entrümpelung!', und die Waldbewohner flüstern untereinander 'Kennt ihr das Wintervorrat-System?'"
Funkenschweif setzte sich auf den nächsten Ast. "Warum haben wir das nicht gesehen?"
"Weil wir auf unser Lieblingsangebot geschaut haben", sagte Glitzerfeder. "Nicht auf das, was die anderen wirklich brauchen."
Funkenschweif nahm das Weinblätter-Buch und blätterte zur Kunden-Seite. Sie ging die Namen durch. "Heinrich – Wintervorrat. Die Maus-Familie vom Bachufer – Wintervorrat. Der alte Dachs – Wintervorrat." Sie blickte auf. "Fast alle unsere zufriedensten Kunden haben das Wintervorrat-System gebucht."
"Und fast keiner hat nach der Ast-Entrümpelung gefragt", ergänzte Glitzerfeder. "Die drei, die es gebucht haben, waren vorallem neugierig."
Funkenschweif griff nach der Feder. In das Weinblätter-Buch schrieb sie: Unser Bestseller 2025: Das Wintervorrat-System (9 Buchungen). Unser Wunsch-Bestseller: Die Ast-Entrümpelung (3 Buchungen).
"Das tut weh", gab sie zu.
"Es tut weh", nickte Glitzerfeder. "Und es ist wichtig zu sehen. Wir haben ein Angebot, das die Waldbewohner wollen. Wirklich wollen. Ohne dass wir dafür trommeln müssen."
"Und wir haben es fast übersehen, weil wir so beschäftigt waren, etwas anderes zu verkaufen."
Glitzerfeder trat ans Fenster und blickte hinaus in den verschneiten Wald. "Was wäre, wenn wir nächstes Jahr das Wintervorrat-System in den Mittelpunkt stellen? Wenn wir darüber reden, statt über die Ast-Entrümpelung?"
"Dann würden wir mit dem Strom schwimmen", sagte Funkenschweif. "Statt gegen ihn."
"Wir würden anbieten, was gefragt wird. Statt zu überzeugen, dass gefragt werden sollte, was wir anbieten wollen."
Funkenschweif lächelte langsam. "Das klingt nach weniger Arbeit und mehr Ergebnis."
"Das klingt nach dem, was wir seit einer Woche lernen", sagte Glitzerfeder und drehte sich zu ihr um. "Folge den Mustern. Höre auf die Realität. Nicht nur auf das, was wir uns wünschen."
Sie tranken ihren Zimt-Tee und betrachteten das Rindenbrett mit neuen Augen. Die neun Striche beim Wintervorrat-System leuchteten wie kleine Sterne. Eine Botschaft, die sie ein Jahr lang übersehen hatten. Ein Schatz, direkt vor ihrer Nase.
Draußen begann die Abenddämmerung, den Wald in sanftes Blau zu tauchen. Und in der Baumhöhle wuchs die Gewissheit: Der Markt hatte längst gesprochen. Sie mussten nur zuhören.



