
Weniger ist mehr: Was 2026 gehen darf

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Die Wirtschaftswald Geschichte gibt es auch zum Lesen 😉.

Dein Business Impuls
Warum diese Aufgabe so wertvoll für deinen Jahresreport ist:
Jetzt beginnt der spannendste Teil deiner Reise: Du verwandelst deine Erkenntnisse in echte Entscheidungen.
Du hast in den letzten Tagen gesehen, was funktioniert und was nicht. Du kennst jetzt deine Zeitfresser, deine Energie-Räuber, die Aktivitäten, die viel kosten und wenig bringen. Und genau hier setzt deine erste Guideline an.
Die "Stop-Doing"-Guideline ist keine Liste von Vorsätzen. Sie ist eine klare Entscheidung: "Das mache ich 2026 nicht mehr." Punkt. Keine Ausnahmen. Kein "Vielleicht doch noch einmal."
Dieses bewusste Loslassen schafft sofort mentalen Freiraum. Denn jedes "Nein" zu etwas Bestehendem ist ein "Ja" zu etwas Neuem. Und du hast jetzt die Klarheit, dieses Nein mit gutem Gewissen zu sagen.
Kurz gesagt: Loslassen ist kein Versagen – es ist strategische Klarheit. 🤩

Deine heutige Aufgabe
Basierend auf deinen Analyse-Erkenntnissen: Welche Aktivität oder Art von Projekt hat dich 2025 am meisten Zeit oder Energie gekostet, ohne nennenswerten Ertrag? Formuliere daraus deine erste, klare Guideline des Loslassens.
So funktioniert's:
Nimm dir 20 Minuten Zeit. Schau auf deine Zeitfresser (Tag 10) und Energie-Räuber (Tag 6). Was davon willst du 2026 definitiv nicht mehr tun? Formuliere es als klare Aussage: "Ich mache nicht mehr..."
Dein Workbook wartet auf dich!
Öffne dein heruntergeladenes Logbuch und bearbeite die heutige Aufgabe direkt dort.

Die Wirtschaftswald Geschichte zum Lesen
Der alte Ast
Der Morgen kam mit beißender Kälte. Der Frost hatte über Nacht filigrane Eisblumen an die Fenster der Baumhöhle gemalt. Funkenschweif saß vor dem Weinblätter-Buch und betrachtete die roten Kreise, die sie in der vergangenen Woche markiert hatte. Die Zeitfresser. Die Energieräuber. Die Aktivitäten, die viel gekostet und wenig gebracht hatten.
Glitzerfeder kam mit zwei Tassen heißem Holundersaft herein. "Bereit für den nächsten Schritt?"
"Ich glaube schon." Funkenschweif nahm die Tasse entgegen und wärmte ihre Pfoten daran und seufzte. "Heute geht es ums Loslassen, oder?"
"Ums bewusste Loslassen", präzisierte Glitzerfeder und setzte sich neben sie. "Nicht einfach aufhören. Sondern entscheiden, was wir nicht mehr tun wollen."
Funkenschweif blätterte zu den Einträgen des Baumkronen-Rats. Vier Teilnehmer im Jahresdurchschnitt, die Hälfte davon Gratis-Gäste. Viel Vorbereitungszeit. Wenig Einnahmen. Gemischte Energie.
"Der Baumkronen-Rat", sagte sie leise.
Glitzerfeder nickte langsam. "Er war einmal unsere beste Idee. Der monatliche Austausch unter Gleichgesinnten. Die Vollmond-Treffen."
"Vor zwei Jahren hat er noch funktioniert." Funkenschweif seufzte. "Da waren wir acht, zehn Teilnehmer. Da hat es sich lebendig angefühlt. Wertvoll."
"Und jetzt?"
Funkenschweif schwieg einen Moment. Dann sagte sie: "Jetzt laden wir Gratis-Gäste ein, damit die Runde nicht leer wirkt. Jetzt bereite ich mich tagelang vor und frage mich hinterher, ob es das wert war." Sie stockte.
"Jetzt ist es mehr Pflicht als Freude", vollendete Glitzerfeder sanft.
Die Worte hingen in der Luft. Schwer und wahr.
"Seine besten Monde sind vorbei", sagte Funkenschweif schließlich. "Wie ein alter Ast, der keine Blätter mehr trägt."
Glitzerfeder legte eine Feder auf ihre Pfote. "Ein alter Ast, der Platz wegnimmt. Licht blockiert. Energie kostet, die zu neuen Ästen fließen könnte."
Funkenschweif griff nach der Feder und dem Tintenfass. Ihre Pfote zitterte leicht, als unter den Titel “Guideline 1: Stop-Doing” im Weinblätter-Buch schrieb. “Wir beenden den Baumkronen-Rat in seiner jetzigen Form.”
Sie legte die Feder nieder und betrachtete die Worte. Schwarz auf goldbraunem Weinblatt.
"Das fühlt sich seltsam an", sagte sie. "Ein bisschen traurig und gleichzeitig sehr erleichternd."
"So fühlt sich Loslassen an", nickte Glitzerfeder. "Es ist keine Niederlage. Es ist eine bewusste Entscheidung."
"Wir geben nicht auf. Wir geben frei."
"Genau." Glitzerfeder lächelte. "Wir geben den Platz frei für etwas Neues. Für etwas, das besser zu dem passt, was wir jetzt sind und was der Wald jetzt braucht."
Funkenschweif lehnte sich zurück und betrachtete das Fenster mit den Eisblumen. "Der Baumkronen-Rat war gut, als er gut war. Er hat uns viel gegeben. Kontakte. Ideen. Gemeinschaft."
"Und jetzt dürfen wir ihm danken und ihn gehen lassen."
Sie schwiegen eine Weile. Das Feuer knisterte. Der Holundersaft dampfte.
"Was machen wir mit den treuen Teilnehmern?", fragte Funkenschweif. "Mit denen, die immer gekommen sind?"
Glitzerfeder überlegte. "Wir erzählen ihnen die Wahrheit. Dass wir das Format überdenken. Dass wir sie schätzen. Und dass wir sie informieren, wenn etwas Neues entsteht."
"Ehrlich und respektvoll."
"So, wie wir es auch von anderen erwarten würden."
Funkenschweif nahm die Feder erneut und ergänzte unter der ersten Guideline: Mit Dankbarkeit und Ehrlichkeit kommunizieren. Raum lassen für Neues.
Sie schloss das Buch und legte beide Pfoten darauf. "Das war schwerer, als ich dachte."
"Die wichtigen Entscheidungen sind das meistens", sagte Glitzerfeder.
Draußen lösten sich ein paar Eiszapfen vom Dach und fielen mit einem leisen Klacken in den Schnee. In der Baumhöhle saßen Funkenschweif und Glitzerfeder und spürten, wie sich etwas veränderte. Nicht nur auf dem Papier. Auch in ihnen.
Sie hatten losgelassen. Bewusst. Und mit dem Loslassen kam Raum. Raum für das, was als Nächstes wachsen wollte.



