
Das Rezept für deine Wunsch-Aufträge

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Die Wirtschaftswald Geschichte gibt es auch zum Lesen 😉.

Dein Business Impuls
Warum diese Aufgabe so wertvoll für deinen Jahresreport ist:
Gestern hast du definiert, was du nicht mehr willst. Heute geht es um das Gegenteil: Was willst du unbedingt?
Du hast deine Goldstück-Projekte identifiziert (Tag 9), du kennst deine idealen Kunden (Tag 11) und weißt, was der Markt wirklich von dir will (Tag 12). Jetzt destillierst du daraus ein einfaches Rezept: Welche 3 Kriterien muss ein Auftrag erfüllen, damit du für dein Business sofort "Ja!" sagst?
Diese Guideline ist dein persönlicher Schnellcheck. Wenn eine Anfrage reinkommt, hältst du sie gegen diese 3 Kriterien. Erfüllt sie alle? Dann ist es ein Ja. Fehlt eines? Dann weißt du, dass du verhandeln oder ablehnen solltest.
Klingt simpel und ist es auch. Doch genau diese Einfachheit macht die Guideline so mächtig.
Kurz gesagt: Wer weiß, was er will, erkennt es sofort. 🤩

Deine heutige Aufgabe
Kombiniere deine Erkenntnisse über deine profitabelsten Projekte: Was sind die 3 wichtigsten Kriterien für einen sehr guten Auftrag für dich? Formuliere daraus deine zweite Guideline.
So funktioniert's:
Nimm dir 20 Minuten Zeit. Schau auf deine Goldstück-Projekte (Tag 9) und frag dich: Was hatten sie gemeinsam? Was machte sie so gut? Destilliere daraus 3 klare Kriterien.
Dein Workbook wartet auf dich!
Öffne dein heruntergeladenes Logbuch und bearbeite die heutige Aufgabe direkt dort.

Die Wirtschaftswald Geschichte zum Lesen
Das Rezept
Der neue Tag brachte mildere Luft. Der Wind hatte gedreht und trug einen Hauch von Tauwetter in den Wirtschaftswald. In der Baumhöhle saßen Funkenschweif und Glitzerfeder vor dem Weinblätter-Buch, das aufgeschlagen bei den Stern-Projekten lag.
"Gestern haben wir entschieden, was wir loslassen", sagte Glitzerfeder. "Heute geht es um das Gegenteil."
"Das bewusste Ja", nickte Funkenschweif eifrig. "Die Projekte, zu denen wir nächstes Jahr Ja sagen wollen."
Sie betrachteten die goldenen Sterne, die sie vor einigen Tagen vergeben hatten. Die Ast-Entrümpelung für Graubart. Die Wintervorrat-Strategie für Heinrich. Die Waldwachstum-Werkstatt für die Biber-Geschwister. Projekte, die Einnahmen und Energie gebracht hatten. Projekte, nach denen sie sich stärker gefühlt hatten, nicht schwächer.
"Was haben sie gemeinsam?", fragte Glitzerfeder.
Funkenschweif überlegte. "Sie waren alle... klar abgegrenzt. Wir wussten genau, wann sie anfangen und wann sie enden."
"Guter Punkt für neue Projekte." Glitzerfeder schrieb auf ein loses Blatt: Kriterium 1: Klarer Rahmen. Anfang und Ende definiert.
"Und sie haben unsere Expertise gefordert", fuhr Funkenschweif fort. "Nicht irgendjemand hätte diese Projekte machen können. Die Kunden kamen zu uns, weil wir etwas Besonderes können."
Glitzerfeder nickte und schrieb: Kriterium 2: Fordert unsere echte Expertise.
"Was noch?"
Funkenschweif kaute auf ihrer Federspitze. "Sie waren fair bezahlt. Nicht übertrieben, nicht unterbezahlt. Der Preis fühlte sich für beide Seiten richtig an. Also ist das 3. Kriterium faire Bezahlung."
"Drei Kriterien", sagte Glitzerfeder und betrachtete die Liste. "Klarer Rahmen. Echte Expertise. Faire Bezahlung."
"Das ist unser Rezept", sagte Funkenschweif und ihre Augen begannen zu leuchten. "Unser Rezept für die perfekten Aufträge."
"Lass uns testen", sagte Funkenschweif. "Die Wurzelkur für Braunfell. Passt sie?"
Glitzerfeder ging die Kriterien durch. "Klarer Rahmen? Nein. Das Projekt hat sich immer weiter ausgedehnt. Wir wussten nie, wann es wirklich zu Ende war."
"Echte Expertise?"
"Ja, das schon. Es war anspruchsvoll."
"Faire Bezahlung?"
Glitzerfeder zögerte. "Er hat viel bezahlt. Mehr als andere. Die Frage ist, ob es fair war im Verhältnis zu dem, was wir gegeben haben."
Funkenschweif schüttelte den Kopf. "Wenn ich daran denke, wie erschöpft wir danach waren... Nein. Es war nicht fair. Er hat bezahlt, was er sich leisten konnte. Nicht, was es wert war."
"Also nur ein Kriterium von dreien erfüllt", fasste Glitzerfeder zusammen.
"Und das erklärt, warum es kein Stern-Projekt war." Funkenschweif lehnte sich zurück. "Obwohl die Zahl gestimmt hat."
Sie probierten es mit einem anderen Beispiel. Die Beratung für Samtpfote, die Luchsin. Klarer Rahmen? Ja, eine einmalige Beratung. Echte Expertise? Ja. Faire Bezahlung? Ja.
"Drei von drei", sagte Funkenschweif zufrieden. "Und es war eines unserer angenehmsten Projekte."
Glitzerfeder nahm das Weinblätter-Buch und schrieb unter den Titel “Guideline 2: Ideal-Ja” direkt unter den drei Kriterien ergänzte er: “Bei jeder neuen Anfrage prüfen: Erfüllt das Projekt alle drei Kriterien? Wenn nicht, gut überlegen oder höflich ablehnen.”
Funkenschweif las den Eintrag und nickte. "Das wird nicht immer leicht sein. Zu sagen: 'Das passt nicht zu unseren Kriterien.'"
"Leichter als ein Jahr später festzustellen, dass wir wieder ausgelaugt sind", ermahnte Glitzerfeder sie.
"Stimmt." Funkenschweif lächelte. "Dieses Rezept ist wie ein Sieb. Es filtert die guten Aufträge von den weniger guten."
"Und je öfter wir es benutzen", sagte Glitzerfeder, "desto mehr gute Aufträge werden übrig bleiben."
Sie schlossen das Buch und draußen tropfte Schmelzwasser von den Ästen. Der Winter gab kurz nach, nur um später mit neuer Kraft zurückzukehren.
"Zwei Guidelines", sagte Funkenschweif. "Was wir nicht mehr tun. Und was wir gerne tun."
"Das Nein und das Ja", nickte Glitzerfeder. "Beides braucht man, um einen klaren Kurs zu halten."
Funkenschweif hob ihre Tasse. "Auf unser Rezept."
"Auf die Projekte, die uns beflügeln", erwiderte Glitzerfeder.
Sie stießen an, und das sanfte Klingen erfüllte die Baumhöhle mit dem Klang eines Neuanfangs.



