3 Gründe, warum 'mehr machen' dein Solo-Business ausbremst und welcher Hebel wirklich zählt
- Conny Jost
- 2 days ago
- 5 min read

"Ich bin frustriert! Ich mache viel, doch es bringt wenig."
Diese Antwort bekamen wir kürzlich in unserem Live-Workshop auf die Frage, wie Solo-Unternehmer ihre aktuelle Business-Stimmung beschreiben. Und ehrlich? Dieser Satz trifft einen Nerv.
Du postest regelmäßig auf LinkedIn. Du hast dein Angebot überarbeitet. Du gehst auf Networking-Events, hast vielleicht sogar einen neuen Funnel aufgesetzt. Und trotzdem: Die Auftragslage bleibt eine Business-Achterbahn.
Der gut gemeinte Rat von außen? "Du musst einfach mehr machen."
Mehr Content. Mehr Sichtbarkeit. Mehr, mehr, mehr.
Doch genau dieser Rat hält viele Solo-Unternehmer in einem Kreislauf gefangen, der erschöpft statt erfolgreich macht. In diesem Artikel zeige ich dir, warum "mehr machen" ein Mythos ist, was wirklich dahintersteckt und welcher Hebel stattdessen den Unterschied macht.
Also schnapp dir einen Kaffee und entzaubere den Mythos mit mir 😉.
Inhalt des Artikels:
Der Mythos: Mehr Einsatz = Mehr Ergebnis
Die Logik klingt erstmal vernünftig: Etwas läuft nicht? Also mach mehr davon. Oder probier etwas Neues aus. Hauptsache, du bleibst in Bewegung.
Mehr Content produzieren. Mehr Sichtbarkeit aufbauen. Mehr Angebote schnüren. Die Rechnung scheint einfach: Wer mehr reinsteckt, bekommt mehr raus.

Doch diese Gleichung funktioniert vielleicht für einfache oder komplizierte Systeme, jedoch nicht für komplexe Systeme wie ein Unternehmen. So geht diese Gleichung auch nicht für Berater oder Coaches auf. Sie arbeiten hart, bewegen sich ständig und kommen trotzdem nicht vom Fleck. Das Problem liegt nicht am fehlenden Einsatz. Es liegt daran, dass "mehr machen" als Strategie einen fundamentalen Denkfehler enthält.
Die Realität: Die Liste der Versuche
In der Vorbereitung zu einem unserer Live-Workshop haben wir Solo-Unternehmer gefragt, was sie im letzten Jahr alles ausprobiert haben. Die Antworten? Eine gute Liste: Freebies erstellt, einen Adventskalender gelauncht, Networking-Events besucht, LinkedIn-Strategie überarbeitet …
Und auf die Frage nach dem größten Engpass? Da kam diese Antwort gleich mehrfach: "Ehrlich gesagt: Keine Ahnung."
Viel Aktivität. Wenig Klarheit.

Nehmen wir hier ein Beispiel, das dies plakativ macht:
Katrin, eine fiktive Unternehmerin, die die typischen Erfahrungen von unseren Kunden zeigt. Sie ist Coach und richtig gut in dem, was sie tut. Sie hat bereits viel probiert: Mehr Content, neues Freebie, Website überarbeitet. Sie war überzeugt, ihr Problem sei die Sichtbarkeit. Also hat sie noch mehr gepostet, noch präsenter auf Social Media agiert.
Trotzdem: Die Anfragen blieben aus.
Erst als jemand von außen auf ihr Business geschaut hat, wurde klar: Das Problem war nicht die Sichtbarkeit. Es war ihr Angebot, das die Zielgruppe nicht verstanden hat. Katrin hatte monatelang am falschen Hebel gedreht.
3 Gründe, warum "mehr machen" dein Business ausbremst

Grund 1: Du wirst effizienter darin, die falschen Dinge zu tun
Das ist der Kern dessen, was wir die "Effizienz-Falle" nennen. Du merkst, dass etwas nicht läuft. Also optimierst du. Du wirst besser, schneller, professioneller. Leider in den Bereichen, die gar nicht dein eigentliches Problem sind.
Du verfeinerst deinen LinkedIn-Auftritt, während deine Zielgruppe dein Angebot nicht versteht. Du baust einen eleganteren Funnel, während Interessenten gar nicht wissen, welches Problem du löst.
Von außen sieht es nach Fortschritt aus. Doch du siehst, dass du dich im Kreis drehst.
Grund 2: Du behandelst Symptome statt Ursachen
"Zu wenig Kunden" ist kein Problem, es ist ein Symptom. Die naheliegende Reaktion? Mehr posten, mehr sichtbar sein. Doch das behandelt nur die Oberfläche.
Die eigentliche Ursache liegt oft woanders: Vielleicht versteht deine Zielgruppe nicht, was sie bei dir bekommt. Vielleicht löst dein Angebot kein dringendes Problem. Vielleicht zieht dein Marketing die falschen Menschen an.
Solange du Symptome bekämpfst, bleibt die Ursache bestehen. Und das Problem kommt immer wieder.
Grund 3: Du siehst deinen eigenen Engpass nicht
Hier kommt der Haken: Den echten Engpass siehst du meistens selbst nicht. Warum? Weil du Teil des Systems bist. Du steckst mittendrin. Das erzeugt automatisch blinde Flecken.
Es ist wie beim Autofahren: Den toten Winkel kannst du nicht sehen, egal wie sehr du dich anstrengst. Dafür brauchst einen Rückspiegel oder jemanden, der von außen draufschaut.
Deshalb vermuten viele Solo-Unternehmer ihren Engpass an einer Stelle … und der echte Engpass sitzt dort, wo sie ihn nicht sehen. Auf das Essenzielle reduziert heißt das, dass du dein eigenes Business nicht selbst analysieren kannst.
Was stattdessen hilft: Das Engpass-Prinzip
Es gibt ein Prinzip, das erklärt, warum "mehr machen" nicht funktioniert. Es heißt Engpass-Prinzip oder "Theory of Constraints".
Die Idee ist simpel: Dein Business ist wie eine Kette. Und eine Kette ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied. Egal, wie sehr du die anderen Glieder verstärkst, die Kette reißt immer am schwächsten Punkt.
Für dein Solo-Business bedeutet das: Solange du nicht weißt, wo dein Engpass liegt, verpuffen deine Bemühungen. Du arbeitest hart, doch am falschen Hebel.
Die Lösung? Erst den richtigen Hebel finden, dann optimieren.

Wie du deinen Engpass systematisch identifizierst und aus der Effizienz-Falle herauskommst, erkläre ich ausführlich in diesem Artikel: Die Effizienz-Falle für Solo-Unternehmer: Warum dein Marketing keine Kunden bringt und wo der echte Hebel liegt.
Unsere Erfahrung: Als wir selbst in der Falle steckten
Bevor du denkst, das gilt nur für andere, Sandor und ich saßen selbst in genau dieser Falle.
Als wir noch ganz frisch mit OverTheMaze unterwegs waren, also 2018/19, waren wir überzeugt: Unser Problem ist die Sichtbarkeit. Wir haben Content produziert, sind auf jedes Networking-Event gegangen, haben an allem geschraubt.

Bis uns ein Mentor von außen sagte: "Leute, euer Purpose-Angebot ist super, aber ihr löst ein Nice-to-have-Problem eurer Zielgruppe."
Wir waren zu sehr in unserer Bubble. Business-Starter um uns herum fanden unser Angebot wertvoll. Doch der große Teil unserer Zielgruppe hat das dringende Problem dahinter nicht gesehen.
Hätten wir es selbst herausgefunden? Ja, irgendwann sicher. Aber es hätte uns geschätzt 3 Monate länger gekostet, 3 Monate, die wir viel wertvoller nutzen konnten.
Der Blick von außen hat also auch für uns einen Unterschied gemacht.
Dein nächster Schritt: Raus aus dem Nebel
Du weißt jetzt, warum "mehr machen" keine Strategie ist. Die Frage, die nun bleibt: Wo liegt dein Engpass?
Eine Vermutung ist ein guter Anfang. Doch eine Vermutung ist noch keine Gewissheit. Und am falschen Hebel zu optimieren, kostet dich weitere Monate.
Zwei Möglichkeiten, wie du jetzt weitermachen kannst:
1. Mach mit unserem Miro-Template deinen kostenlosen 360° Blitz-CheckIn ca. 20 Minuten bekommst du eine erste Einschätzung, in welchem der drei Business-Bereiche – Zielgruppe, Angebot oder Marketing & Sales – dein wahrscheinlichster Engpass liegt.
👉 [Hier geht's zum Blitz-Check] (Link kommt am 29.01.)
2. Bleib dran mit unserem Newsletter
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