Der 1 Denkfehler, der Berater monatelang im Kreis drehen lässt (und 3 Wege raus)
- Conny Jost
- 4 days ago
- 5 min read

Du analysierst dein Business, grübelst stundenlang, probierst eine Strategie nach der anderen und drehst dich trotzdem im Kreis. LinkedIn-Strategie angepasst, Angebot überarbeitet, Website neu getextet. Und trotzdem: Die Auftragslage bleibt, wie sie ist.
Das Frustrierende daran? Du weißt, dass du gut bist in dem, was du tust. Deine Kunden sind zufrieden. Deine Expertise steht außer Frage. Doch irgendwo hakt es und du kommst einfach nicht drauf, wo es im Business hakt.
Das beruhigende an dieser Situation ist, es liegt mit größter Wahrscheinlichkeit nicht an deinem Einsatz. Es liegt an einem Denkfehler, den fast alle Berater und Coaches machen.
Einem Denkfehler, der so tückisch ist, dass er uns selbst schon im Kreis hat drehen lassen. Also schnapp dir einen Tee und drößle mit uns den Denkfehler auf inkl. Lösung 😀.
Inhalt des Artikels:
Der 1 Denkfehler: Du glaubst, du kannst dein eigenes System von innen analysieren
Der Denkfehler hat einen Namen: Der blinde Fleck oder Blindspot.
Der blinde Fleck ist der Bereich in deinem Business, den du nicht sehen kannst. Nicht weil du unfähig bist, sondern weil du mittendrin steckst. Du bist Teil des Systems, das du analysieren willst. Und genau das macht es so schwierig.
Ich erkläre es dir mit einem Bild, das du vielleicht kennst: Du suchst nach deinem Handy. Du schaust unter Kissen, durchwühlst deine Tasche, läufst durchs ganze Haus, während du bereits die ganze Zeit mit deiner Freundin telefonierst. Mit genau diesem Handy 😉.

Genau so funktioniert der Blindspot im Business. Die Lösung ist oft direkt da. Du benutzt sie vielleicht sogar schon. Doch in der Aufregung des Daily Business erkennst du sie einfach nicht.
Warum dieser Denkfehler so tückisch ist
Das Gemeine am blinden Fleck: Je länger du im eigenen Business steckst, desto größer wird er.
Es gibt eine Analogie, die ich besonders mag: Du kannst das Etikett nicht lesen, wenn du im Honiglas sitzt. Du bist so sehr mit dem Inhalt beschäftigt, deiner Fachexpertise, deinen Projekten, deinem Tagesgeschäft, dass du die Außenwirkung davon gar nicht mehr wahrnehmen kannst.

Was für dich glasklar ist, verstehen andere vielleicht nicht vollständig. Was du für selbstverständlich hältst, ist für deine Zielgruppe möglicherweise komplett neu.
Dazu kommt: Unser Gehirn spielt uns Streiche. Da ist zum Beispiel der Bestätigungsfehler, wir suchen unbewusst nach Beweisen für das, was wir eh schon glauben. Wenn du überzeugt bist, dein Problem liegt im Marketing, siehst du plötzlich überall Marketing-Probleme. Ob das stimmt oder nicht.
Oder die Verfügbarkeitsheuristik: Was uns gerade passiert ist, halten wir automatisch für das Hauptproblem. Letzte Woche ein schlechtes Verkaufsgespräch gehabt? Zack – "Mein Problem ist Sales!" Dabei war vielleicht nur dieser eine Interessent nicht der richtige.
Das alles passiert unbewusst. Und es passiert jedem von uns.
So zeigt sich der Denkfehler im Alltag
Im Alltag sieht der Blindspot oft so aus:
Du überarbeitest dein Angebot zum fünften Mal. Du formulierst um, packst noch ein Modul dazu, änderst den Preis. Dabei ist das Angebot selbst vielleicht gar nicht das Problem, denn deine Zielgruppe versteht nur nicht, was sie davon hat.
Du postest mehr Content, weil du denkst, du brauchst mehr Sichtbarkeit. Dabei zieht dein Marketing vielleicht die falschen Leute an und mehr vom Falschen macht es nicht besser.

Du sagst dir: "Ich muss mich einfach mehr anstrengen." Also arbeitest du noch mehr, noch länger, noch intensiver. Dabei drehst du an Hebeln, die für dein spezifisches Problem gar nicht relevant sind. Wir nennen das die Effizienz-Falle: Du wirst immer effizienter darin, die falschen Dinge zu tun.
Unsere eigene Erfahrung mit dem blinden Fleck
Ich erzähle dir kurz, wie Sandor und ich selbst in diese Falle getappt sind.
Als wir OverTheMaze aufgebaut haben, waren wir überzeugt: Unser Purpose-Angebot ist genau das, was Solo-Gründer brauchen. Wir haben Content produziert, sind auf Networking-Events gegangen, und haben viel Energie reingesteckt.
Unsere Bubble, andere Business-Starter um uns herum, fanden unser Angebot großartig. Das hat uns bestätigt. Wir müssen nur noch sichtbarer werden, dachten wir. Also haben wir weiter an der Sichtbarkeit gearbeitet.

Bis uns ein Mentor von außen etwas gesagt hat: "Euer Purpose-Angebot ist super. Aber ihr löst ein Nice-to-have-Problem. Kein Must-have."
Autsch 😣.
Er hatte recht. Die große Mehrheit unserer Zielgruppe (Business-Starter) hatte andere, dringendere Probleme. Das haben wir in der Situation nicht aus unserer Bubble heraus gesehen. Wir waren zu nah dran. Zu sehr überzeugt davon, dass wir den Markt verstehen.
Hätten wir es irgendwann selbst herausgefunden? Vermutlich ja. Doch dieser externe Blick hat uns geschätzt drei Monate Zeit erspart, Zeit, die wir viel sinnvoller nutzen konnten.
3 Wege raus aus dem blinden Fleck
Der blinde Fleck ist also real. Und er betrifft uns alle. Die Frage ist: Was kannst du konkret dagegen tun?

Hier sind drei Wege, die wirklich helfen:
Weg 1: Strukturierte Selbstreflexion mit Framework
Freies Grübeln bringt dich nicht weiter, das hast du vermutlich schon gemerkt. Was hilft, ist ein strukturiertes System. Ein Framework, das dich durch die richtigen Fragen führt und dir hilft, dein Business aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.
Das Ziel ist nicht, noch mehr nachzudenken. Das Ziel ist, anders nachzudenken. Mit einer klaren Struktur statt im Kreis.
Wenn du einen solchen strukturierten Selbst-Check ausprobieren möchtest, schau dir unsere Anleitung zum 360° Blitz-Check inkl. Miro-Template an (Link kommt am 28.01., da ich gerade noch daran schreibe). Dort führen wir dich Schritt für Schritt durch die wichtigsten Bereiche deines Business, damit du nicht mehr raten musst, sondern siehst, wo es wirklich hakt.
Weg 2: Feedback von deiner Zielgruppe holen
Nicht von Freunden. Nicht von Familie. Nicht von anderen Unternehmern in deiner Bubble. Sondern von Menschen, die tatsächlich zu deiner Zielgruppe gehören.
Frag sie direkt: Was verstehst du unter meinem Angebot? Welches Problem würdest du damit lösen wollen? Was hält dich davon ab, sowas zu buchen?
Die Antworten können unbequem sein. Doch sie sind immens wertvoll. Denn sie zeigen dir, wie dein Business von außen wahrgenommen wird und nicht wie du es von innen siehst.
Weg 3: Einen externen Blick holen
Manchmal reicht Selbstreflexion nicht aus. Manchmal brauchst du jemanden, der komplett außerhalb deines Systems steht. Jemanden, der keine Betriebsblindheit hat, weil er oder sie gar nicht in deinem Business steckt.
Das kann ein Mentor sein, ein erfahrener Kollege oder ein professioneller Sparringspartner.
Für diejenigen, die keine Lust mehr auf Trial and Error haben und lieber eine Abkürzung nehmen: Genau dafür haben wir den Business Kompass entwickelt. Eine intensive 1:1-Analyse, bei der wir dein Business von außen durchleuchten und gemeinsam herausfinden, wo dein echter Engpass liegt. Nicht als Ratespiel, sondern strukturiert und fundiert.
Der blinde Fleck ist menschlich – doch Kreisdrehen muss nicht sein
Der blinde Fleck ist kein Zeichen von Unfähigkeit. Er ist kein Beweis dafür, dass du "kein guter Unternehmer" bist. Er ist einfach menschlich. Wir alle haben ihn.
Der Unterschied liegt darin, was du nun mit diesem Wissen machst.
Du kannst weiter alleine grübeln und hoffen, dass dir irgendwann ein Licht aufgeht. Oder du holst dir Struktur, Feedback oder einen externen Blick und kommst endlich raus aus dem Kreisdrehen.

Wenn du regelmäßig Impulse für dein Business möchtest, die dir helfen, solche blinden Flecken zu erkennen, trag dich in unseren Newsletter ein. Kein Spam, kein Blabla nur das, was dich wirklich weiterbringt.














Comments