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Mangelndes Selbstvertrauen" steht nicht in der LinkedIn-Bio: Mit diesen 3 Frameworks erkennst du als Berater oder Coach deine idealen Kunden online – auch ohne direkte Interaktion

Foto von Conny und Sandor von OverTheMaze vor einer weißen Wand. Sandor hält eine weiße Smiley-Maske vor sein Gesicht. Conny schaut nachdenklich und zeigt mit einer Handbewegung auf ihn. Über dem Bild steht in großer Schrift: „Idealer Kunde unsichtbar? So erkennst du sie." Das OverTheMaze-Logo ist unten rechts zu sehen. Das Bild illustriert das Kernthema des Artikels: ideale Kunden erkennen, auch wenn ihre wahren Probleme unsichtbar scheinen.
Ideale Kunden kennen ist eine Sache. Sie online erkennen, ohne direkte Interaktion, ist die eigentliche Meisterdisziplin.

Du hast Zeit investiert, Energie reingesteckt, vielleicht sogar mal Unterstützung geholt und deine Positionierung erarbeitet. Dein idealer Kunde ist ausgearbeitet: seine Ängste, seine Wünsche, seine inneren Blockaden. Du kennst ihn in- und auswendig und kannst dich in ihn reinversetzen. Und trotzdem: Die Aufträge bleiben aus.


Das ist kein Zufall. Und es ist auch nicht deine Schuld.


Das Problem liegt eine Ebene tiefer. Denn zwischen deinem idealen Kunden zu kennen und ihn in der Online-Welt tatsächlich zu erkennen, ohne direkte Interaktion, liegt ein riesiger Unterschied. Einer, den die meisten Berater und Coaches unterschätzen.


In diesem Artikel nehme ich dir eine weitverbreitete Illusion und zeige dir gleichzeitig 3 Frameworks, die dir helfen, deine idealen Kunden online zu finden, auch wenn „fehlende Klarheit" nirgendwo in ihrer LinkedIn-Bio steht.

Inhalt des Artikels:


Die Illusion des perfekten Filters

Ich wette, du kennst diesen Moment. Du öffnest den LinkedIn Sales Navigator, willst endlich systematisch vorgehen und tippst los: Branche, Unternehmensgröße, Jobtitel, Region. Vielleicht noch „Senior" oder „selbstständig". Und dann scrollst du durch eine Liste von Profilen und denkst: „Ja, könnte passen. Oder auch nicht."


Das Problem ist nicht der Sales Navigator. Das Tool macht genau das, wofür es gebaut wurde: Es filtert nach harten, sichtbaren Merkmalen. Doch dein idealer Kunde erkennt sich nicht an seinem Jobtitel. Er erkennt sich an dem, was ihn nachts wachhält.


„Fehlende Klarheit über die nächsten Schritte" lässt sich nicht eintippen. „Innerlich erschöpft vom ständigen Ausprobieren ohne Ergebnis" ist kein Filterkriterium. Und „weiß, dass er etwas ändern muss, traut sich aber nicht" erscheint in keiner Dropdown-Liste dieser Welt.


Illustrierte Szene: Eine Frau im grünen Blazer schaut skeptisch und kippt zwei kleine Dosen mit der Aufschrift „Jobtitel" und „Branche" in eine Maschine mit der Aufschrift „Sales Navigator". Aus der Maschine läuft unten Wasser heraus, während oben bunte Konfetti und die Worte „Echten Wünsche" herausschießen. Das Bild illustriert humorvoll, warum harte Filterkriterien die weichen, entscheidenden Faktoren idealer Kunden nicht erfassen können.
Jobtitel rein, echte Wünsche raus? So funktioniert der LinkedIn Sales Navigator leider nicht.

Genau da liegt die Falle. Viele Berater und Coaches bauen ein detailliertes Profil ihres idealen Kunden, das psychologisch tief und emotional präzise ist und versuchen dann, dieses Profil mit Werkzeugen zu finden, die nur die Oberfläche lesen können. Das ist ungefähr so, als würdest du mit einem Metalldetektor nach Emotionen suchen.


Die eigentliche Disziplin ist nicht, deinen idealen Kunden zu kennen. Die eigentliche Meisterdisziplin ist, ihn in der Online-Welt zu erkennen, ohne dass er dir sagt, wer er ist. Und dafür brauchst du andere Werkzeuge.


Als wir selbst in dieser Falle saßen

Sandor und ich kennen dieses Problem nicht nur aus der Theorie. Wir haben es selbst erlebt und hätten uns Dropdown-Liste zum selbst konfigurieren gewünscht 😉.


Kurz nachdem wir mit OverTheMaze gestartet sind, war unsere Zielgruppe eine andere als heute. Wir haben mit Business-Startern gearbeitet: Menschen, die kurz davor standen, ihren Job aufzugeben und den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Und weißt du was? Über Empfehlungen hat das wunderbar funktioniert. Jemand kannte jemanden, der jemanden kannte und plötzlich saßen wir mit genau der richtigen Person in einem Zoom-Call.


Das Problem kam, als wir versuchten, das auf LinkedIn Kunden zu finden. Denn: Wer gibt seinen Job auf und überlegt, selbstständig zu werden? Diese Menschen existieren. Sie sitzen irgendwo da draußen. Doch sie schreiben es nirgends hin. Kein Post, kein öffentlicher Kommentar, kein sichtbares Signal. Diese Entscheidung passiert im Stillen, in privaten Gesprächen, in schlaflosen Nächten und definitiv nicht in der LinkedIn-Bio. Und ja, Ausnahmen gibt es, doch die sind immens dünn gesät. 


Wir haben damals gelernt: Weiche Faktoren brauchen eine Übersetzung. Nicht in Filtern, die ein Tool versteht. Sondern in beobachtbarem Verhalten, das Menschen online hinterlassen, oft ohne es selbst zu merken. Genau das machen die folgenden 3 Frameworks möglich.


Die 3 Frameworks, die dir helfen, deine idealen Kunden online zu erkennen


Framework 1: Trigger Events & Window of Dissatisfaction

Craig Elias hat mit seinem Konzept des „Trigger Event Selling" eine simple und kraftvolle Erkenntnis formalisiert: Menschen ändern ihr Verhalten nicht, wenn es ihnen gut geht. Sie werden empfänglich, wenn etwas in ihrem Leben ins Wanken gerät.


Illustrierte Szene: Ein junger Mann im blauen Blazer sitzt nachdenklich vor einem Laptop. Auf dem Bildschirm ist ein LinkedIn-Post zu sehen mit dem Text „10 Jahre Firmenjubiläum! Ein Jahrzehnt geschafft!". Über seinem Kopf schwebt eine Gedankenblase mit den Worten „Und jetzt?". Das Bild steht stellvertretend für das Konzept der Trigger Events: äußerlich positive Ereignisse, die innerlich einen Moment der Reflexion und Unzufriedenheit auslösen können.
„10 Jahre Firmenjubiläum – ein Jahrzehnt geschafft!" Für viele ein Grund zum Feiern. Für aufmerksame Berater und Coaches: ein klassisches Trigger Event, das ein Window of Dissatisfaction öffnen kann.

Ein Trigger Event ist ein konkretes Ereignis, das jemanden aus seinem Status quo herausreißt und in ein sogenanntes „Window of Dissatisfaction" befördert, einen Zustand, in dem der aktuelle Weg nicht mehr funktioniert, doch ein neuer noch nicht gefunden wurde. Genau in diesem Fenster ist die Bereitschaft, Hilfe anzunehmen, am größten.


Für dich als Berater oder Coach bedeutet das: Du musst nicht auf jemanden warten, der aktiv nach dir sucht. Du kannst lernen, die Trigger Events zu erkennen, die deine idealen Kunden gerade erleben. Ein LinkedIn-Kommentar, der zwischen den Zeilen frustriert von einer gescheiterten Reorganisation berichtet, ist ein Trigger. Ein Jubiläum von „10 Jahre im selben Unternehmen" kombiniert mit einem nachdenklichen Kommentar ist ein Trigger. Das plötzliche Teilen von Artikeln über Burnout-Prävention oder berufliche Neuorientierung ist ein Trigger.


So nutzt du Trigger Events für dich als Berater oder Coach

Überlege dir, welche 3 bis 5 konkreten Lebensereignisse deine idealen Kunden typischerweise in dieses Window of Dissatisfaction befördern. Dann beobachte gezielt auf LinkedIn, wer gerade genau diese Signale sendet und sprich diese Personen mit Inhalten an, die exakt diesen Moment adressieren. Du erscheinst nicht als Verkäufer, sondern als jemand, der versteht, was gerade los ist.


Und nein, ich meine jetzt nicht, dass du den Personen gleich ein Angebot machst, sondern bewusst in den Austausch gehst, um Vertrauen aufzubauen. Wenn dieses Vertrauen da ist, hast du die Möglichkeit über dein Service zu sprechen.


Framework 2: Linguistic Inquiry and Word Count – LIWC

Die Sprache, die jemand verwendet, ist eines der ehrlichsten Fenster in seinen inneren Zustand. Das Linguistic Inquiry and Word Count Framework, kurz LIWC, wurde ursprünglich als psychologisches Forschungsinstrument entwickelt und zeigt: Bestimmte Wortmuster verraten emotionale Zustände, Selbstzweifel, Frustration oder Aufbruchsstimmung, lange bevor jemand diese Gefühle explizit benennt.


Illustrierte Szene: Eine Frau im grünen Blazer telefoniert und schaut abgelenkt und angespannt. Neben ihr steht ein Mann im blauen Hemd, der ihr ein Dokument mit der Aufschrift „Angebot" hinhält. Über ihm eine Sprechblase mit dem Text „Eigentlich sollten wir das priorisieren". Das Bild illustriert das LIWC-Framework: Sprachmuster wie Relativierungen und Abschwächungen – hier das Wort „eigentlich" – verraten Überforderung und fehlende Klarheit, lange bevor jemand das offen ausspricht.
„Eigentlich sollten wir das priorisieren" – ein Satz, der mehr verrät als er zu sagen scheint. Sprache ist eines der ehrlichsten Fenster in den inneren Zustand deiner idealen Kunden.

Menschen, die innerlich erschöpft oder orientierungslos sind, schreiben anders als Menschen, die Energie und Klarheit haben. Sie verwenden häufiger Wörter der Verneinung und Einschränkung: „eigentlich", „irgendwie", „sollte", „müsste", „versuche". Sie relativieren viel. Ihre Sätze wirken länger, verzweigter, unsicherer. Jemand, der kurz vor einem echten Aufbruch steht, schreibt dagegen direkter, aktiver, mit konkreten Verben.


Du brauchst dafür keine Software. Du brauchst Aufmerksamkeit. Wer auf LinkedIn Posts oder Messages schreibt, die von Relativierung und Erschöpfung geprägt sind, wer Fragen stellt, die tief in die Kategorie „Ich weiß nicht mehr weiter" fallen, und wer gleichzeitig aktiv nach Inhalten sucht, die Orientierung versprechen – der sendet sehr klare sprachliche Signale.


So nutzt du spezifische Wortmuster für dich als Berater oder Coach

Nimm die dünnen harten Fakten, die du kennst und vernetz dich mit diesen Menschen. Schreib ihnen eine Willkommens-Message. Wenn sie darauf reagieren, kannst du mit ihnen in einen leichten Austausch gehen und eine offene Frage stellen. 

Schau dir dann die Antwort an und erkenne wie jemand schreibt. Antworten wie: 

„Das kenne ich aktuell auch" oder „Ich versuche schon so lange, …." sind diagnostisch wertvoller als zehn Likes. Diese Menschen, die auf dich reagieren, verdienen deine direkte, empathische Aufmerksamkeit.

Dieser Weg ist zwar länger als der nächste LinkedIn Boost, doch ich selbst erlebe dabei, dass ich gute Ergebnisse für unser Business erziele.


Framework 3: Signaling Theory & Honest Signals

Nicht jedes Signal, das jemand online sendet, hat denselben Wahrheitsgehalt. Genau das ist die Kernidee der Signaling Theory, die auf den Wirtschaftsnobelpreisträger Michael Spence zurückgeht und durch das Konzept der „Honest Signals" weiterentwickelt wurde.


Illustrierte Szene: Ein Mann im blauen Anzug sitzt an einem Schreibtisch, hält eine Kaffeetasse und führt einen Zoom-Call mit einer Frau im grünen Blazer. Auf dem großen Monitor daneben ist ein Miro-Board mit Post-its, Pfeilen und einem User-Journey-Diagramm zu sehen – symbolisch für die strukturierte Analyse digitaler Verhaltenssignale in der Online-Zusammenarbeit.
Beobachte nicht nur, wer mit dir interagiert, sondern wie und wann. Digitale Signale erzählen eine Geschichte, die weit über den Inhalt hinausgeht.

Spence unterscheidet zwischen zwei Typen von Signalen: sogenannte „costly signals; Signale, die Aufwand, Zeit oder sozialen Mut erfordern und „cheap talk"; Signale, die praktisch nichts kosten und deshalb wenig über den echten inneren Zustand aussagen. Ein generischer Share eines Motivationszitats mit einem Flammen-Emoji ist cheap talk. Null diagnostischer Wert. Ein ausführlicher, persönlicher Erfahrungsbericht einer Führungskraft über ein eigenes Scheitern hingegen ist ein costly signal, er hat Zeit gekostet, braucht Mut und birgt ein Reputationsrisiko. Dieser Mensch meint es ernst.


Für dich bedeutet das: Auf LinkedIn ist die Welt voller Rauschen. Likes, generische Kommentare, geteilte Artikel ohne persönlichen Bezug (und ja, das war auch vor AI so), das alles sagt dir wenig. Was dir wirklich etwas sagt, ist das, was jemand bereit war, zu investieren, um es zu teilen. Ein Post mit einer persönlichen Erfahrung. Eine ehrliche Frage in einer Gruppe. Ein Kommentar, der über „Super Beitrag!" deutlich hinausgeht.


So nutzt du costly signals und cheap talk für dich als Berater oder Coach

Trainiere deinen Blick für costly signals in deinem Netzwerk. Wer teilt persönliche Einblicke? Wer stellt echte, unbequeme Fragen? Wer gibt öffentlich zu, nicht weiterzukommen? Diese Menschen sind mutig genug, ein Signal zu senden und genau das macht sie zu idealen Gesprächspartnern für das, was du anbietest.


Weiche Faktoren sind nicht unsichtbar – sie sind nur anders sichtbar

Dein idealer Kunde schreibt nicht „Ich brauche dringend mehr Aufträge und weiß nicht, wo ich ansetzen soll" in seine LinkedIn-Bio. Doch er hinterlässt Spuren. In der Sprache, die er wählt. In den Ereignissen, die ihn gerade bewegen. In den Signalen, in die er Zeit und Mut investiert.


Die drei Frameworks, die wir in diesem Artikel angeschaut haben, sind kein Zaubermittel. Sie lösen nicht auf Knopfdruck das Problem, dass du zu wenig Aufträge hast. Sie verschieben deinen Fokus an die richtige Stelle: Weg von der Suche nach dem perfekten Filter, hin zum Lesen von echtem menschlichem Verhalten.


Und das ist der Unterschied, der langfristig zählt.


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