Die 5 Motivationsphasen deiner 90-Tage-Roadmap und was du in jeder Phase als Solo-Unternehmer konkret tun kannst
- Conny Jost
- 2 days ago
- 15 min read

Du weißt, was du ändern musst, um wieder regelmäßig mehr Aufträge zu bekommen. Vielleicht hast du dir einen konkreten Plan erarbeitet, eine Roadmap erstellt oder einen klaren Fokus für die nächsten Wochen gesetzt. Das ist ein wichtiger Schritt und ein echtes Fundament.
Denn die Lösung für dein Problem zu kennen, gibt dir Klarheit, Zuversicht und den Drive, wirklich etwas zu ändern. Genau dieser Moment ist kraftvoll. Und gleichzeitig ist er erst der Anfang der eigentlichen Arbeit.
Zwischen Plan und Ergebnis liegt für viele Berater und Coaches eine der größten Hürden: Die anhaltende Motivation. In einem langen Prozess der Umsetzung schleichen sich gerne mal Zweifel ein oder das Daily Business meldet sich zurück und plötzlich verliert der beste Plan seinen Schwung.
Das kennen wir aus der Begleitung unserer Kunden durch ihre 90-Tage-Roadmap sehr gut. Genau deshalb wissen wir auch, was wirklich hilft, um dranzubleiben.
Deine Motivation während einer intensiven Umsetzungsphase verläuft nämlich nicht linear. Sie bewegt sich in Phasen, mit Hochs, Tiefs und ganz konkreten Momenten, in denen du das richtige Werkzeug brauchst.
In diesem Artikel bekommst du ein Motivationsmodell für genau diesen Weg und für jede Phase konkrete und fundierte Tipps, die dir helfen, bis deine Auftragslage wirklich stabiler wird.
Wie deine Motivation wirklich funktioniert
Als Solo-Unternehmer trägst du etwas in dir, das gleichzeitig deine größte Stärke und deine größte Herausforderung ist: Deine Autonomie. Du entscheidest selbst, wann, wie und woran du arbeitest. Das gibt dir Freiheit und genau diese Freiheit macht Motivationsschwankungen unvermeidlich.
Forscher nennen dies das Autonomie-Unsicherheits-Paradox: Die Selbstständigkeit verstärkt sowohl positive als auch negative Erfahrungen gleichzeitig. Kein Chef, der dich antreibt. Kein Team, das dich mitreißt. Nur du und dein Plan.
Dazu kommt etwas, das wir aus der Begleitung unserer Kunden beobachten: Nach dem ersten Motivationshoch, wenn du etwas Neues startest, wird deine Energie nie wieder ganz so hoch sein wie zu Beginn. Das klingt ernüchternd, doch die gute Nachricht ist, dass wenn du es weißt, nicht davon überrascht wirst.
Stell dir deine Motivation wie eine Bergwanderung vor. Du startest voller Energie unten im Tal, du erreichst den Gipfel und dann kommt der Abstieg. Auf dem Weg nach oben gibt es Hochs und Tiefs, unerwartete Wegbiegungen und Momente, in denen du am liebsten umkehren würdest.
Das einfache Motivationsmodell
Schauen wir uns nun noch ein bisschen tiefer an, wie sich deine Motivation über die Zeit verhält, denn wenn du die Kurven kennst, die vor dir liegen, kannst du dich gezielt darauf vorbereiten.

Phase 1: Der Start
Du bist voll dabei. Die Energie ist hoch, die Euphorie gefühlt grenzenlos. Du weißt, was zu tun ist und du willst es anpacken. Diese Startenergie ist wertvoll. Sie trägt dich durch die ersten Umsetzungsschritte und gibt dir den Schwung, den du für einen guten Beginn brauchst.
Phase 2: Die ersten Erfolge
Durch deinen Tatendrang spürst und siehst du erste Ergebnisse. Ein Gespräch, das gut läuft. Eine Reaktion, die zeigt: Das wirkt. In dieser Phase fühlt es sich kaum vorstellbar an, dass die Motivation jemals nachlassen könnte. Und genau das ist das Tückische daran.
Phase 3: Das Tal
Nach den ersten Erfolgen kommt für die meisten der Abstieg. Die Schritte fühlen sich schwerer an, die Ergebnisse lassen auf sich warten und der innere Kommentator meldet sich: "Funktioniert das wirklich?" oder "Morgen ist auch noch ein Tag."
Irgendwann landet man am Nullpunkt. Die Motivation ist auf dem Tiefststand. Dieser Moment ist unangenehm, doch er ist kein Zeichen des Scheiterns. Er ist ein normaler Teil des Weges.
Phase 4: Durchhalten & Vertiefen
Am Nullpunkt angekommen, kommt es nun ganz auf dich an. Denn wer weiß, wie er mit diesem Tief umgeht, findet seine Motivation wieder.
Was dann passiert, ist interessant: Die Motivation kommt zurück und du erlebst wieder Hochs. Dennoch werden diese Hochs nicht mehr so intensiv sein wie ganz am Anfang. Und das ist vollkommen in Ordnung. Du bist nicht mehr neu am Start, du bist mitten im Prozess. Das fühlt sich anders an, ruhiger, solider, realer.
Gleichzeitig wirst du auch weiterhin Tiefs erleben. Und das ist der springende Punkt: Diese Tiefs sind nicht das Problem. Sie sind menschlich. Denn wenn du ein Mensch bist (wovon ich ausgehe 😉) kannst du nicht dauerhaft motiviert bleiben. Du brauchst ab und an eine Pause, einen Impuls, einen Neustart.
Phase 5: Die Zielgerade
Hier bist du fast am Ziel. Und ja, auch jetzt gibt es noch Hochs und Tiefs. Dazu gesellt sich etwas anderes: ein schleichender Alltagstrott. Die Schritte sind bekannt, die Routine sitzt und genau das kann die Energie unmerklich abflachen lassen. Wer das erkennt und gezielt gegensteuert, kommt nicht nur ans Ziel, sondern kann es auch wirklich feiern.
Der entscheidende Unterschied zwischen denen, die ihr Ziel erreichen, und denen, die auf halbem Weg aufgeben? Sie kennen diese Phasen und wissen, was in jeder davon zu tun ist.
Genau das schauen wir uns jetzt gemeinsam an.
Phase 1: Der Start
Der Start ist der Moment, in dem alles möglich scheint. Die Energie ist hoch, der Plan ist frisch und die Motivation trägt dich. Genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um ein Fundament zu legen, das dich auch durch die schwierigeren Phasen trägt. Zwei Dinge sind in dieser Phase besonders wichtig: die richtige Art zu visualisieren und Accountability von Anfang an einzubauen.

Visualisiere deinen Weg – mit Methode statt Wunschdenken
Die Energie ist hoch, der Plan liegt vor dir, jetzt ist der perfekte Moment, um dir wirklich vorzustellen, wie dein Business in 90 Tagen aussieht. Aber Vorsicht: Reine Traumvorstellungen können deine Motivation langfristig sogar schwächen, wie Forscherin Gabriele Oettingen in jahrelanger Arbeit zeigen konnte.
Was wirklich hilft, ist die WOOP-Methode: Wish, Outcome, Obstacle, Plan. Du visualisierst nicht nur das Ziel, sondern auch die Hindernisse auf dem Weg dorthin und planst konkret, wie du damit umgehst. Das macht den Unterschied zwischen einem schönen Traum und einem Plan, den du wirklich umsetzt.
💡Konkreter Tipp
Nimm dir 15 Minuten, bevor du deinen Plan in die Realität umsetzt und gehe genau diesen Plan mit WOOP durch und visualisiere deinen Weg.
Teile deinen Plan mit der Welt
Jetzt, wo die Motivation hoch ist, fällt es leicht und genau deshalb solltest du es jetzt tun: Erzähl jemandem von deinem Plan. Einer Freundin, einem Kollegen, jemanden aus deinem Netzwerk..
Eine Studie der Dominican University of California zeigte, dass Menschen, die ihre Ziele aufschreiben und regelmäßig über ihren Fortschritt berichten, deutlich häufiger ihre Ziele erreichen als jene, die ihre Pläne nur im Kopf behalten. Accountability ist kein nettes Extra, sie ist ein wichtiges Erfolgswerkzeug.
💡Konkreter Tipp
Überlege dir, wem du von deinem Plan erzählst und vor allem, was das Ziel deines Plans ist. Mach dir danach selbst eine Erinnerung im Kalender, dass du dieser Person in z.B. 3 Wochen wieder erzählst, wo du stehst. Denn das wiederholte Teilen hilft dir dranzubleiben.
Schließlich erzählt niemand gerne, dass er nicht das gemacht hat, was er sich vorgenommen hat 😊.
Phase 2: Die ersten Erfolge
Die erste Euphorie beginnt sich nun zu setzen und jetzt meldet sich das Daily Business zurück. Genau in dieser Phase entscheidet sich, ob dein Plan Fahrt aufnimmt oder ins Stocken gerät. Was du jetzt brauchst, sind erste sichtbare Erfolgserlebnisse, die deine Motivation mit konkreten Ergebnissen füttert. Vier Hebel helfen dir dabei, diese Phase stark zu gestalten.

Starte mit den einfachsten Schritten zuerst
Die Anfangseuphorie ist noch da, nutze sie für die Dinge, die schnell und sichtbar Wirkung zeigen. Nicht der schwierigste Schritt zuerst, sondern der einfachste. Bestehende Kontakte reaktivieren, warme Akquise vor kaltem Outreach, ein Gespräch statt einer aufwändigen Kampagne.
Karl Weick beschrieb dieses Prinzip schon 1984 als "Small Wins": Kleine, abgeschlossene Erfolgserlebnisse erzeugen eine Dynamik, die sich selbst verstärkt. Jeder kleine Schritt nach vorn stärkt dein Vertrauen in den nächsten.
Der erste Schritt muss nicht groß sein. Er muss nur gemacht werden.
💡Konkreter Tipp
Schau dir den ersten Punkt deines Plans an. Kannst du diesen ersten Schritt an einem Nachmittag erledigen? Falls nicht, überlege dir, wie du diesen Schritt noch weiter stückeln kannst, damit du rasch einen Erfolg für dich siehst.
Formuliere Ziele, auf die du zugehst – nicht von denen du wegläufst
Es macht einen riesigen Unterschied, wie du deine Ziele formulierst. "Ich will aufhören, unpassende Aufträge anzunehmen" erzeugt innerlich Druck und Angst. "Ich füge jeden Tag 20 Minuten Netzwerken hinzu" erzeugt Energie und Richtung.
Forschungen von Andrew Elliot zeigen: Wer Ziele als Annäherung formuliert, also auf etwas Positives zugeht, erlebt deutlich mehr intrinsische Motivation als jemand, der Ziele aus Angst vor dem Scheitern verfolgt.
💡Konkreter Tipp
Schau dir deine Roadmap an: Welche Formulierungen kannst du von "weg von" auf "hin zu" umschreiben?
Vertraue deinem Angebot voll und ganz
Zweifel am eigenen Angebot ist eine der häufigsten und heimlichsten Motivationsbremsen. Bis zu 80 % aller Menschen erleben irgendwann das sogenannte Impostor-Syndrom: das Gefühl, nicht gut genug zu sein, obwohl die Expertise eindeutig da ist.
Bei Solo-Unternehmern ist das besonders verbreitet, weil weniger externes Feedback und weniger Struktur vorhanden sind. Das Antidot? Dein Angebot aktiv in die Welt tragen, nicht warten, bis du dich "bereit" fühlst, es angepasst zu präsentieren. Denn das Vertrauen kommt durch das Tun, nicht davor.
Wer seinem Angebot vertraut, geht raus. Und wer rausgeht, erhöht die Möglichkeit, Aufträge reinzukriegen.
💡Konkreter Tipp
Öffne deine Website und gehe zu deinem Hauptangebot. Wann hast du zuletzt der Angebots-Landingpage ein Update verpasst? Vielleicht kannst du ein neues Zitat oder ein Video von einem ehemaligen Kunden sichtbar machen.
Ein kleine Veränderung kann dir persönlich zeigen, dass du mit genau diesem Angebot mehr Aufträge bekommen willst.
Nimm auch gerne alte Angebote raus, die du eigentlich nicht mehr anbieten willst. So wird deine Website fokussierter.
Dokumentiere jeden Fortschritt
Ein erster Interessent, ein erstes positives Feedback oder ein erstes Gespräch, das sich gut angefühlt hat, halte das fest. Klingt simpel, es hat jedoch eine erstaunliche Wirkung.
Forschende der Harvard Business School konnten zeigen, dass Menschen, die täglich nur 15 Minuten reflektieren und ihren Fortschritt festhalten, bis zu 23 % besser performen als jene, die einfach weiterarbeiten. Der Grund: Reflexion stärkt das Gefühl der Selbstwirksamkeit und genau das hält die Motivation am Leben.
💡Konkreter Tipp
Mach von deinem Fortschritt ein Screenshot, einen kurzen Notizbuch-Eintrag oder eine Voice-Memo. Finde dein Format und mach es zur Gewohnheit.
Phase 3: Das Tal
Willkommen im Tal. Fast jeder, der eine intensive Umsetzungsphase durchläuft, kennt diesen Moment: Die Anfangsenergie ist weg, die großen Ergebnisse lassen noch auf sich warten und der innere Widerstand wird lauter. Das Tal ist kein Zeichen, dass etwas falsch läuft. Es ist ein normaler Teil des Weges. Und wer weiß, wie man es durchquert, kommt gestärkt auf der anderen Seite an.

Verstehe, was dein Verhalten wirklich antreibt
Die Anfangseuphorie ist weg. Der Plan liegt noch vor dir, doch abends greifst du zum Handy statt zum Notebook. Das ist kein Versagen, das ist Verhaltenspsychologie.
Unser Verhalten folgt immer einer Logik: Wir wiederholen, was belohnt wird und meiden, was sich anstrengend anfühlt ohne sofortige Wirkung zu zeigen. Für deine Umsetzung bedeutet das: Baue dir kleine, bewusste Belohnungen in deinen Alltag ein. Nicht erst am Ende der 90 Tage, sondern nach jedem abgehakten Schritt.
Kombinierte Verstärker, wirken nachweislich am stärksten. Das kann eine kleine Feier, Feedback von jemandem, dem du vertraust, oder einfach ein bewusstes "Gut gemacht" an dich selbst sein.
💡Konkreter Tipp
Schau dir an, wie du in letzter Zeit im Business agiert hast. Wo entdeckst du, dass du es gemieden hast, einen Task zu starten? Überlege dir, was du in diesem Moment gebraucht hättest, damit du sagst “Okay, ich mache es trotzdem”.
Mit dieser Idee kannst du dir bereits eine erste Aktivität abspeichern, wenn du mal wieder nicht Lust hast einen Task anzufangen.
Zähme deinen inneren Elefanten
Jonathan Haidt beschreibt in seiner Forschung ein Bild, das vielen Solo-Unternehmern sofort einleuchtet: Du bist ein Reiter auf deinem Elefanten. Der Reiter ist dein rationaler Verstand, er kennt den Plan, weiß was zu tun ist. Dein Elefant ist deine Emotion und wenn er erschöpft oder abgelenkt ist, geht er einfach in eine andere Richtung.
Was aussieht wie Faulheit, ist meistens Erschöpfung. Chip und Dan Heath erweitern dieses Bild um eine praktische Formel: Den Reiter leiten (Klarheit schaffen), den Elefanten motivieren (Aufgaben verkleinern) und den Weg ebnen (Umgebung anpassen).
💡Konkreter Tipp
Überlege dir, wie du deinem Elefanten wertschätzend Nein sagen kannst. Vielmals hilft es schon, die nächsten Aufgaben vor dem Starten so kleinzumachen, dass es nicht wirklich eine Entschuldigung gibt, den Task nicht zu erledigen.
Stelle dir die richtigen W-Fragen
Bevor der Elefant vollends übernimmt, hilft eine einfache, doch wirkungsvolle Übung: Halte inne und frag dich: Warum prokrastiniere ich gerade? Was hält mich wirklich auf? Was brauche ich jetzt, um den nächsten Schritt zu machen?
Studien zeigen, dass das bloße Stellen von Fragen über ein Verhalten dieses Verhalten messbar beeinflusst. Fragen aktivieren Selbstreflexion und Selbstreflexion schafft den kleinen Moment Abstand, der oft ausreicht, um wieder in Bewegung zu kommen.
Du musst das nicht perfekt analysieren. Ein kurzes Innehalten mit den richtigen Fragen reicht oft schon aus.
💡Konkreter Tipp
Damit du dran denkst dich zu fragen, kannst du eine Karteikarte nehmen und auf sie die Frage schreiben, welche dir hilft innezuhalten. Diese Karteikarte legst du in die Nähe deines Laptops, gut sichtbar.
So hast du einen Anker, damit die Möglichkeit steigt, dass du dir selbst die Frage über dein aktuelles Verhalten schreibst.
Sei freundlich mit dir selbst
Der Post ist nicht rausgegangen. Das Gespräch hat nicht stattgefunden. Die Woche war nicht so produktiv wie geplant. Und jetzt?
Selbstkritik ist in solchen Momenten die naheliegendste Reaktion, doch sie ist auch die Kontraproduktivste. Forschungen zeigen, dass Selbstmitgefühl kein Zeichen von Schwäche ist, sondern ein messbarer Resilienz-Faktor. Unternehmer, die freundlich mit sich umgehen wenn etwas nicht klappt, lernen schneller aus Fehlern und bleiben länger am Ball.
💡Konkreter Tipp
Also, wenn mal wieder etwas nicht so läuft, wie du es dir vorgestellt hast: Atme durch. Fokussiere dich darauf, was du gut gemacht hast. Und ganz wichtig, morgen ist ein neuer Tag.
Starte jeden Montag frisch neu
Du musst nicht bis zum nächsten Quartal warten, um neu anzufangen. Jeder Montag ist ein frischer Start und das ist keine leere Motivationsphrase, sondern psychologisch belegt.
Forschende der Wharton School zeigten, dass Menschen nach zeitlichen Wegmarken, einem neuen Wochenbeginn oder einem Monatsersten, deutlich häufiger mit neuen Zielen starten. Diese "Fresh Start"-Momente erlauben es uns, vergangene Rückschläge mental hinter uns zu lassen und mit einem neuen Blick nach vorne zu schauen.
💡Konkreter Tipp
Deine letzte Woche war zäh? Kein Problem. Starte nächsten Montag bewusst neu und lass das, was nicht gut lief hinter dir.
Phase 4: Durchhalten & Vertiefen
Du hast das Tal hinter dir, das ist keine Kleinigkeit. Jetzt geht es darum, tiefer zu gehen: negative Gedankenmuster zu erkennen, Frustrationstoleranz aufzubauen und deinen Rhythmus so zu gestalten, dass er wirklich zu dir passt.
Diese Phase ist weniger spektakulär als der Start, doch sie ist die Phase, in der echter, nachhaltiger Fortschritt entsteht.

Hinterfrage negative Gedanken systematisch
"Niemand will mein Angebot." "Meine Mitanbieter sind einfach besser." "Ich mache irgendetwas grundlegend falsch." Solche Gedanken kommen und sie kommen meistens dann, wenn du ohnehin schon erschöpft bist.
Was du in solchen Momenten brauchst, ist kein positives Denken, sondern kritisches Hinterfragen. Aaron Beck, Begründer der kognitiven Verhaltenstherapie, zeigte, dass sogenannte kognitive Verzerrungen, wie Schwarz-Weiß-Denken oder Katastrophisieren, uns systematisch von der Realität wegführen.
Die Gegenfrage hilft: Stimmt das wirklich? Was spricht dagegen? Was würde ich einem anderen Berater in der gleichen Situation sagen?
💡Konkreter Tipp
Eine einfache Übung hilft dir dabei: Schreib den negativen Gedanken ganz oben auf ein leeres Blatt. Auf der linken Seite sammelst du alles, was diesen Gedanken stützt. Auf der rechten Seite alles, was ihn widerlegt. Am Ende hast du schwarz auf weiß, was wirklich stimmt und kannst bewusst entscheiden, ob du an diesem Gedanken festhalten willst oder nicht.
Spoiler: Jedes Mal wenn wir die Übung selber oder mit einem Kunden machen, verändert sich die Sichtweise und steigert die Motivation ganz leicht, damit wir weitermachen können.
Finde deinen gesunden Mittelweg
Kennst du das Muster? Entweder läuft alles perfekt nach Plan oder du machst gar nichts. Entweder jeden Tag zwei Stunden Content oder komplett nichts. Dieses Alles-oder-Nichts-Denken ist eine der häufigsten Motivationsfallen bei Solo-Unternehmern.
Die Forschung von Carol Dweck zum Growth Mindset zeigt: Wer lernt, flexibel zu denken und Fortschritte in kleinen Schritten zu sehen, handelt unternehmerisch mutiger und bleibt länger dran. Eine einzige Growth-Mindset-Intervention konnte in einer Studie das unternehmerische Handeln um bis zu 50 % steigern.
20 Minuten sind besser als null. Ein halbfertiger Post ist besser als keiner.
💡Konkreter Tipp
Überlege dir statt einer fixen Dauer von 20 Minuten, z.B. eine Range von 10 bis 30 Minuten. Denn so erlaubst du dir Variabilität, die wir als Menschen so dringend brauchen.
Stärke deine Frustrationstoleranz
Nach Wochen der Umsetzung wirst du Momente erleben, in denen die Ergebnisse noch nicht da sind, obwohl du viel investiert hast. Das ist frustrierend und gleichzeitig völlig normal.
Angela Duckworth benennt die Fähigkeit, genau in diesen Momenten dranzubleiben, Grit: Ausdauer und Leidenschaft für langfristige Ziele. Und das Schöne daran: Grit ist keine angeborene Eigenschaft, sondern etwas, das du aktiv stärken kannst. Mit jeder Situation, die du durchhältst, wächst deine Frustrationstoleranz und damit auch deine Fähigkeit, beim nächsten Mal noch standhafter zu sein.
💡Konkreter Tipp
Also nutze z.B. die Aussage “Naja, beim nächsten Mal wird's besser" nicht als Ausrede, sondern bewusst als Mantra dafür, dass du deine Frustrationstoleranz heben willst.
Gönn dir bewusst eine Pause
Selbstständige neigen dazu, Pausen als Luxus zu betrachten, als etwas, das man sich erst verdienen muss. Das Gegenteil ist wahr.
Sabine Sonnentag, eine führende Forscherin zum Thema Erholung, beschreibt ein Phänomen, das viele kennen: Die Erholung wird genau dann am wenigsten gemacht, wenn sie am nötigsten wäre. Wer sich keine Pausen gönnt, verliert nicht nur Energie, sondern auch Kreativität, Entscheidungsqualität und langfristig die Freude an der Arbeit.
Eine bewusste Pause ist keine Unterbrechung deiner Umsetzung. Sie ist ein Teil davon.
💡Konkreter Tipp
Wir kennen diesen Punkt, über die Pause hinweg weiterzuarbeiten, nur zu gut. Deshalb nutzen wir bewusst fixe Zeiten, wann wir Pause machen. Und genau das kannst du auch machen. Stell dir einen Pausen-Wecker und wenn der Wecker klingelt, entscheide, wie lange du Pause machst. Denn auch schon eine Minute die Augen schließen hilft.
Phase 5: Die Zielgerade
Du siehst das Ziel. Jetzt ist nicht die Zeit zum Nachlassen, doch auch nicht die Zeit, sich zu verausgaben. In dieser Phase geht es darum, mit frischer Energie ins Ziel zu kommen: Routinen aufzufrischen, Belohnungen clever einzusetzen und den Blick auf das zu richten, was du in den letzten Wochen wirklich aufgebaut hast. Der Endspurt soll sich gut anfühlen, nicht wie ein Überlebenskampf.

Bring frischen Wind in deine Routine
Nach Wochen in der Umsetzung kann selbst der beste Plan etwas Staub ansetzen. Monotonie schleicht sich ein und mit ihr sinkt das Engagement. Das ist kein Zeichen, dass der Plan schlecht ist. Es ist ein Signal, dass es Zeit für etwas Neues ist.
Forschungen zeigen, dass Aufgabenvielfalt einer der stärksten Treiber von Arbeitsengagement ist. Das muss keine große Veränderung sein: ein neues Format ausprobieren, einen anderen Kanal testen, eine Idee umsetzen, die du schon lange aufgeschoben hast.
Kleine Abwechslungen erzeugen neuen Schwung und bringen dich mit frischer Energie ins Ziel.
💡Konkreter Tipp
Schau dir an, was du in letzter Zeit immer gleich gemacht hast. Überlege dir nun bewusst, was du daran ändern kannst, damit der Alltagstrott nicht Einzug hält und die Monotonie keine Chance kriegt.
Verbinde Angenehmes mit Nützlichem
Du liebst einen bestimmten Podcast, hörst jedoch immer weniger rein, weil du keine Zeit hast? Mach ihn zum festen Begleiter deines Content-Brainstormings. Du magst Kaffee in einem bestimmten Café? Mach es zu deinem fixen Strategie-Ort.
Diese Technik nennt sich Temptation Building und sie funktioniert erstaunlich gut. Studien zeigen, dass die Verbindung von angenehmen Aktivitäten mit weniger geliebten Aufgaben die Regelmäßigkeit der Umsetzung deutlich steigert.
💡Konkreter Tipp
Schreib dir eine kurze Liste: Was magst du wirklich gerne? Und welche Business-Aufgabe könntest du damit verbinden?
Wenn du genau zu diesem Punkt eine konkrete Anleitung möchtest, kannst du unseren Artikel lesen. Darin geht es darum, wie du eine Gewohnheit bewusst veränderst.
Setze Belohnungen bewusst und variiert ein
Eine Belohnung, die du immer bekommst, hört irgendwann auf, eine Belohnung zu sein. Die Neuropsychologie erklärt warum: Unser Gehirn reagiert am stärksten auf unerwartete positive Ereignisse. Vorhersehbare Belohnungen erzeugen kaum noch Dopamin, überraschende umso mehr.
Das bedeutet für dich: Variiere deine Belohnungen bewusst. Manchmal ein Kaffee, manchmal ein freier Nachmittag, manchmal einfach nichts und dann plötzlich etwas Besonderes. Dein Gehirn bleibt so neugierig und motiviert bis ins Ziel.
💡Konkreter Tipp
Da du viel alleine arbeitest, überlege dir verschiedene kleine Belohnungen und schreibe jede einzelne auf einen Zettel und falte diesen Zettel. Wenn du dir mal wieder eine Belohnung gönnst, zieh aus dem Glas einen Zettel. So variierst du ganz leicht die Belohnungen.
Erweitere deinen Blick auf Erfolg
Umsatz ist wichtig, doch er ist nicht das einzige Maß für Fortschritt. Nach mehreren Wochen Umsetzung hast du wahrscheinlich mehr erreicht als du denkst: mehr Klarheit über deine Positionierung, ein gewachsenes Netzwerk, neue Fähigkeiten, stärkeres Auftreten.
Forschungen des Pew Research Centers zeigen, dass Selbstständige deutlich zufriedener mit ihrer Arbeit sind als Angestellte und ihren Beitrag als deutlich wertvoller empfinden. Nicht weil alles immer perfekt läuft, sondern weil sie sehen, was sie selbst aufgebaut haben.
💡Konkreter Tipp
Schau bewusst auf alles, was du in den letzten Wochen gewonnen hast, nicht nur auf das, was noch fehlt.
Feiere, wie weit du gekommen bist
Du bist durch fünf Phasen gegangen. Du hast Hochs erlebt, Tiefs überstanden, weitergemacht, wenn es schwer war und bist jetzt auf der Zielgeraden. Das verdient eine echte Anerkennung.
Und das ist keine Sentimentalität: Forschungen zeigen, dass die bewusste Reflexion eigener Erfolge die unternehmerische Selbstwirksamkeit stärkt und diese ist einer der stärksten Prädiktoren für langfristigen Geschäftserfolg.
💡Konkreter Tipp
Also: Schau zurück. Sieh, wie weit du gekommen bist. Und dann feiere es, so wie es sich für dich richtig anfühlt.
Dein Weg ist einzigartig – und das ist gut so
Motivation ist kein Schalter, den du einmal umlegen kannst. Sie ist ein lebendiger Prozess mit Hochs, Tiefs und allem dazwischen. Und genau das macht ihn so menschlich.
Was du in diesem Artikel mitgenommen hast, ist kein starres Programm, das du exakt nach Wochen abarbeitest. Jede Phase kann unterschiedlich lange dauern, je nachdem, wo du gerade mit deinem Business stehst, wie viel Erfahrung du bereits mitbringst und welche Herausforderungen auf dich warten. Manche durchlaufen das Tal schnell, andere brauchen mehr Zeit in Phase 4. Beides ist richtig. Beides ist in Ordnung.
Was zählt ist, dass du die Phasen kennst und weißt, was du in jeder davon tun kannst, um dranzubleiben.
Wenn du möchtest, dass wir dich auf diesem Weg regelmäßig begleiten, mit konkreten Tipps, Erfahrungen aus der Praxis und Impulsen direkt in dein Postfach, dann abonniere jetzt unseren Newsletter. Wir teilen dort, was wirklich funktioniert. Für dich und dein Business.












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